Keramikimplantat: Einblicke und Informationen zum Thema aus der Zahnärztliche Praxisklinik mit Schwerpunkt Implantologie.
Obwohl Keramikimplantate bereits seit über 60 Jahren klinisch eingesetzt werden, sind Langzeitdaten und Langzeiterfahrungswerte zu Keramikimplantaten nach wie vor nur in begrenztem Umfang vorzufinden. Dies liegt vor allem an der ständigen Weiterentwicklung der Implantatwerkstoffe und -systeme, wodurch die vorhandenen Studiendaten regelmäßig „überholt“ werden:
So wurden beispielsweise die ersten dentalkeramischen Implantate ursprünglich aus Aluminiumoxid (Al2O3) hergestellt, das heute mit höheren Implantatfrakturraten und höheren Problemraten im Einheilprozess assoziiert wird. Seit 2001 ist das Standardmaterial für Keramikimplantate Zirkoniumdioxid (ZrO2), dessen höhere Stabilität besser geeignet ist, den Kaukräften standzuhalten, dessen Einführung im Gegenzug jedoch die Aussagekraft vieler älterer Studien zum Langzeitverhalten von Keramikimplantaten schmälert.
Viele neuere Studien zeigen jedoch, dass Zirkoniumdioxid-Implantate eine vielversprechende Alternative zu Titan darstellen, da sie eine bessere Reaktion des Weichgewebes, Biokompatibilität und Ästhetik bei vergleichbarer Osseointegration aufweisen. [1]
Dass „durch optimierte Herstellungsverfahren die Frakturanfälligkeit von Zirkonoxidimplantaten zwischen 2004 und 2020 von 3,4% auf 0,2% verringert werden konnte“ [2] zeigt, dass die häufig als Negativkriterium angeführte Frakturanfälligkeit von Keramikimplantaten durch die (weitere) Entwicklung leistungsfähigerer Dentalkeramiken heute kein wirkliches Ausschlusskriterium gegenüber Titanimplantaten mehr sein sollte.
Viele aktuelle, gut dokumentierte Fälle zeigen, dass Zirkonoxidimplantate heute genauso erfolgreich sind wie Titanimplantate. Bei einteiligen Systemen kann, je nach Implantattyp mit Überlebensraten zwischen 94,3 – 98,4% (nach 5 Jahren) [3,4] sowie 95,8% (nach 2 Jahren; mit Berücksichtigung von Frühverlusten 83,3%) bei zweiteiligen Systemen gerechnet werden [3].
Keramikimplantat Seitenzahn | ca. 2.000 bis 3.500 € |
Keramikimplantat Frontzahn | ca. 2.400 bis 3.700€ |
Brücke auf 2 Keramikimplantaten | ca. 4.000 bis 6.500 € |
Fester Zahnersatz auf 4 Keramikimplantaten | ab ca. 15.000 € pro Kiefer |
Fester Zahnersatz auf 6 Keramikimplantaten | ab ca. 20.000 € pro Kiefer |
In der Zahnärztlichen Praxisklinik in Herne setzen wir auf das neue Keramikimplantatsystem CERALOG® PROGRESSIVE-LINE des Anbieters CAMLOG. Als topaktuelle Alternative zu den etablierten Titanimplantaten des Herstellers bietet CERALOG unseren Implantologen die Möglichkeit, mit Implantaten in den Längen 9, 11 und 13 mm sowie Durchmessern von 3.8, 4.3 und 5.0 mm, eine Vielzahl von Indikationen abzudecken. Die prothetische Versorgung kann mit Einzelkronen, Brücken oder Vollprothesen erfolgen, wobei sowohl festsitzende oder auch abnehmbare Lösungen möglich sind.
Das seit 2025 verfügbare zweiteilige System bietet gegenüber älteren keramischen Implantatlösungen diverse Vorteile:
Durch die millimetergenaue Darstellung der 3D-Röntgenaufnahmen kann Ihr Implantationsspezialist in Herne entsprechend den Mundverhältnissen den für Sie passendsten Implantat-Typen und idealen Implantationswinkel bestimmen.
Mittels spezieller Implantationssysteme und -Techniken (wie beispielsweise durch das schräge Einsetzen der Zahnimplantate in den Kieferknochen) soll der noch vorhandene Knochen optimal ausgenutzt werden. Selbst schwierige anatomische Verhältnisse im Implantationsgebiet lassen sich durch den Einsatz der 3D-Diagnosetechnik erfolgreich meistern und auch empfindliche Strukturen – zum Beispiel ein nahe an den Zahnwurzeln verlaufender Unterkiefernerv oder die Kieferhöhle – werden beim Implantationsvorgang ausgespart.
CAMLOG ist ein führender Anbieter von Produkten für die dentale Implantologie und vertreibt das Implantatsystem CERALOG. Die Grundlagenforschung für die Entwicklung dieser Zirkoniumdioxid-Implantate in Verbindung mit der speziellen Herstellungstechnologie Ceramic Injection Molding (CIM) startete im Jahr 2004 durch das schweizerische Unternehmen AXIS biodental. 2007 begannen die klinischen Untersuchungen mit der heutigen Materialzusammensetzung und Oberflächentextur. Seit 2013 ist das Implantatsystem frei am Markt verfügbar und wird erfolgreich eingesetzt. CERALOG Implantate bestehen aus hochreinem Yttriumoxid-stabilisiertem tetragonalem Zirkoniumdioxid und unterliegen einer 100-prozentigen Qualitätskontrolle: Jedes einzelne Implantat wird in einem kontrollierten Prozess vor der Verpackung einer umfassenden Belastungsprüfung und Maßkontrolle unterzogen.
Wir legen Wert auf die Wahl eines renommierten Herstellers, da wir beste Voraussetzungen dafür schaffen wollen, dass die eingesetzten Implantate über einen langen Zeitraum ihren Zweck erfüllen. Vermeintlich günstigere Alternativen werden im Fall von Problemen schnell zur kostspieligen Angelegenheit.
[1] Sivaraman, K.; Chopra, A.; Narayan, AI.; Balakrishnan, D.: Is zirconia a viable alternative to titanium for oral implant? A critical review. J Prosthodont Res. 2018
[2] S3-Leitlinie (Langfassung). Keramikimplantate. AWMF-Registernummer: 083-039. Stand: Dezember 2022.
[3] Fischer, J.: Zirkonoxid-Implantate – Entwicklungsstand und offene Fragen. Dental Welt. 19.09.2024
[4] Giulini, N.: Studie zum Langzeitverhalten von Keramikimplantaten. ZWP Online. 19.02.2020
[5] Jacobi-Gresser, E.: Titan- und Zirkonoxidimplantate im Vergleich. Dental Welt. 19.09.2024
[6] Langzeitstudie zu zweiteiligen Zirkonoxidimplantaten. dental dialogue. 21.06.23
[7] Rafikova, G.; Piatnitskaia, S.; Shapovalova, E.; Chugunov, S.; Kireev, V.; Ialiukhova, D.; Bilyalov, A.; Pavlov, V.; Kzhyshkowska, J.: Interaction of Ceramic Implant Materials with Immune System. International Journal of Molecular Sciences. 2023
[8] Schnurr, E.; Sperlich, M.; Sones, A.; Romanos, GE.; Rutkowski, JL.; Duddeck, DU.; Neugebauer, J.; Att, W.; Volz, KU.; Ghanaati, S.: Ceramic Implant Rehabilitation: Consensus Statements from Joint Congress for Ceramic Implantology: Consensus Statements on Ceramic Implant. J Oral Implantol. 2024
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